Marienfelde ohne Bahnstrecke
Marienfelde mit Bahnstrecke
Empfangsgebäude - Bahnseite
Empfangsgebäude - Straßenseite
Empfangsgebäude
1875
17. Juni 1875: Inbetriebnahme der Berlin-Dresdener Eisenbahnstrecke
Am selben Tag wurde die "Haltestelle Marienfelde" eingeweiht. Ein einfaches Empfangsgebäude, in Holz-Fachwerkbauweise errichtet mit vollständiger Holzverschalung, begrüßte die Fahrgäste auf dem "Bahnhof",
der auf freiem Feld errichtet wurde, viele hundert Meter entfernt vom Ortskern Marienfelde.
Im EG gab es ein großes Büro für den Stationsvorsteher mit eigenem Eingang von der Bahnseite aus und einen Wartesaal für Fahrgäste.
Über das Büro des Stationsvorstehers gelangte man über drei Stufen in den Güterschuppen.
Das Empfangsgebäude hatte auf der Straßenseite zwei Eingänge. Der linke Eingang führte direkt in das Vestibül zum Fahrkartenschalter und in den Wartesaal.
Über den rechten Zugang (im Turm) gelangte man ins Treppenhaus. Über diese Treppe erreichte man die Wohnungen des Stationsvorstehers und des Bahnmeisters.
Die Treppe führte bis unters Dach, wo sich eine Kammer für den Bahnmeister befand.
Im Keller gab es Räume für den Bahnmeister und den Stationsvorsteher.
Zum Bahnhofsensemble gehörte auch ein Eiskeller.
Die Gleise der Königlichen Militär-Eisenbahn verliefen vor dem Empfangsgebäude und waren unabhängig vom Betrieb der Berlin-Dresdener Eisenbahn.
1890
Erweiterung des Empfangsgebäudes durch einen 8,19 m langen massiv gemauerten und voll unterkellerten Anbau.
Im EG des Anbaus befand sich ein großer Wartesaal für die 3. und 4. Fahrzeugklasse.
Im OG wurde die Wohnung für den Stationsvorsteher vergrößert. Der zweite große Raum war reserviert für den Restaurateur.
Über eine eigene Treppe erreichte er im EG den Buffetraum und im Keller die Küche nebst Vorratskeller, Speisekammer und Anrichteraum für das Buffet.
1901
Vergrößerung des Güterschuppens auf etwa doppelte Länge, heißt: 20 m.
1906
Vergrößerung des Stationsbureaus auf dem Bahnhof Marienfelde durch einen Anbau auf der Bahnseite.
Der massiv gemauerte Anbau erstreckte sich über die gesamte Breite mit einer Tiefe von 3,25 m des in Holz-Fachwerkbauweise erstellten Empgangsgebäudes von 1875.
Ein Teil des Anbaus war dem Stationsvorsteher vorbehalten und voll unterkellert. Durch eine seitliche Tür gelangten Fahrgäste über einen kleinen Vorraum in den Wartesaal der ersten und zeiten Klasse.
1920
Umbau des Empfangsgebäudes und neue Aufteilung der Innenräume
Die Holz-Fachwerk-Außenwand des Gebäudes von 1875 wurde auf der Straßenseite ersetzt durch eine gemauerte Fassade. Dadurch veränderten sich auch die Form der Fenster und die Anordnung von Zugängen zum Gebäude.
Auf der Bahnseite blieb über dem gemauerten Anbau von 1896 die Fachwerkskonstruktion erhalten. Das betrifft auf den Turm.
1922
Die Aufteilung der Diensträume im EG wurde geändert.
1924
eingeschossiger Anbau mit Fahrkartenverkauf und Gepäckabfertigung
nach 1945
Das Empfangsgebäude mit dem angebauten Güterschuppen wurden bei alliierten Bombenangriffen getroffen und stark beschädigt.
Der eingeschossige Anbau von 1924 (Fahrkartenverkauf - Gepäckabfertigung) und der Teil des Empfangsgebäudes, in dem der Fahrkartenverkauf stattfand, wurden notdürftig repariert und wieder in Betrieb genommen.
Anschriften: Bahnstraße 14 bzw. Bahnstraße 5
Fotografien von: Uwe Bohrer, Bernd Freimann, Michael Stanislawski und Godwin T. Petermann;
historische Ansichten: Archiv des "Arbeitskreis Historisches Marienfelde"; Zeichnungen: Godwin T. Petermann
Die Zeichnungen entstanden unter Auswertung der Original-Bauakten aus dem Bauarchiv Schöneberg, Berlin.
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